- Compliance
Entgelttransparenz 2026: Neue Anforderungen für Unternehmen und HR
- Henning Albers
- 15. Juli 2026
Entgelttransparenz 2026: Neue Anforderungen für Unternehmen und HR
Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie gilt seit dem 07.06.2026, und trotzdem warten wir in Deutschland noch auf das Umsetzungsgesetz. Die Umsetzungsfrist ist am 07.06.2026 abgelaufen. Ein deutsches Gesetz gibt es bislang nicht, der Referentenentwurf liegt noch nicht vor.
Heißt das, Unternehmen können sich zurücklehnen? Nein. Die Richtung der Entgelttransparenz 2026 ist klar, und wer sich jetzt vorbereitet, hat später keinen Aufholbedarf.
Auf welche Anforderungen sich Unternehmen jetzt vorbereiten sollten
Das deutsche Gesetz kommt später, die zentralen Anforderungen der EU-Entgelttransparenzrichtlinie stehen aber bereits fest. Vier davon sollten HR-Teams heute auf dem Schirm haben.
Die Beweislast dreht sich. Arbeitgeber müssen künftig nachweisen können, dass Beschäftigte nicht aufgrund ihres Geschlechts beim Entgelt benachteiligt werden. Ohne dokumentierte Gehaltsstruktur ist dieser Nachweis im Streitfall kaum zu führen.
Mehr Transparenz bei Gehältern. Mitarbeitende dürfen Auskunft über die Vergütung von Kolleginnen und Kollegen in einer gleichwertigen Position verlangen. Vergütungssysteme sollten deshalb schon heute nachvollziehbar aufgebaut sein.
Gehaltsspannen im Recruiting. Bewerbende sollen bereits vor dem Vorstellungsgespräch eine Gehaltsspanne für die ausgeschriebene Position erhalten. Transparenz beginnt damit schon im Bewerbungsprozess.
Keine Fragen mehr zum bisherigen Gehalt. Das frühere Einkommen soll keine Grundlage für die Vergütung mehr sein und im Bewerbungsprozess nicht mehr abgefragt werden.
Warum Abwarten der falsche Weg ist
Die deutsche Gesetzgebung lässt noch auf sich warten. Die Anforderungen der EU sind jedoch bereits bekannt. Genau darin liegt das Handlungsfenster.
Wer jetzt seine Daten harmonisiert, seine Vergütungsstrukturen überprüft und Transparenz schafft, ist auf das kommende Umsetzungsgesetz vorbereitet. Eine Gehaltsstruktur, also die Kombination aus Stellenbewertung, definierten Gehaltsbändern und Marktdaten, entsteht nicht über Nacht. In gut vorbereiteten Unternehmen dauert der Aufbau Wochen, nicht Monate.
In meiner täglichen Arbeit nutze ich dafür Claritava. Die Plattform führt HR-Teams durch Stellenbewertung, Gehaltsbanddefinition und die Analyse des Gender Pay Gap und dokumentiert jede Entgeltentscheidung nachvollziehbar. Wenn Sie sehen möchten, wie das in der Praxis aussieht, können Sie Claritava unter claritava.com kostenlos testen.
Entgelttransparenz ist mehr als Compliance
Es geht um weit mehr als um gesetzliche Pflichten. Unternehmen, die sich frühzeitig mit Entgelttransparenz beschäftigen, senden ein klares Signal: Wir wollen fair und gerecht bezahlen.
Sie schaffen Vertrauen bei ihren Mitarbeitenden, stärken ihre Arbeitgebermarke und zeigen, dass Gleichbehandlung nicht nur eine gesetzliche Verpflichtung, sondern Teil ihrer Unternehmenskultur ist. Entgelttransparenz ist damit nicht nur ein rechtliches Thema, sondern ein Statement für Fairness, Purpose und eine moderne Führungskultur.
Wie bereitet sich Ihr Unternehmen auf die Entgelttransparenz vor?
Haben Sie Fragen zur konkreten Umsetzung in Ihrem Unternehmen? Vereinbaren Sie eine kostenlose Demo unter claritava.com oder sprechen Sie uns direkt an.
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Autor
Henning Albers
Mitgründer, Claritava
15 Jahre HR-Führungserfahrung in internationalen Unternehmen. Henning hat Vergütungsstrukturen in Unternehmen ab 500 Mitarbeitenden aufgebaut und begleitet HR-Teams heute beim EU-konformen Aufbau von Gehaltsstrukturen.

Verfügt über langjährige Erfahrung in der Führung von HR-Teams und der Begleitung von Geschäftsführungen bei Vergütungsentscheidungen.
Häufige Fragen zur EU-Entgelttransparenzrichtlinie
Was Sie noch wissen möchten
Die Fragen, die uns am häufigsten erreichen.
Bewerbende sollen künftig vor dem Vorstellungsgespräch eine Gehaltsspanne für die Position erhalten. Fragen nach dem bisherigen Gehalt sollen entfallen. Recruitingprozesse und Stellenanzeigen sollten darauf vorbereitet werden.